Windräder - ein stiller Feind der Fledermäuse

24. Juli 2012 - 13:52 — Mabre

Behäbig dreht das Windrad seine Flügel, als plötzlich wie aus dem Nichts eine Fledermaus auftaucht. Als sie den Unterdruck des Windrades spürt, wird es eng, hektisch versucht sie zu entkommen und schafft es so gerade, ihrem Tod zu entkommen.

Gerade in den Anfängen der Windräder galt es immer wieder tote Vögel zu verzeichnen, da die Räder aus Unwissenheit oftmals in den Vogelfluglinien gebaut wurden. Mit der Zeit änderte sich dies – heutzutage werden Windanlagen außerhalb der Zuglinien installiert. Überhaupt keine Beachtung wurde den Fledermäusen gewidmet, man setzte einfach voraus, dass diese durch ihr Orientierungssystem in der Lage sind, das Hindernis früh genug zu erkennen und zu umfliegen.

Nachdem es immer wieder Totfunde von Fledermäusen in der Nähe der Windkrafträder gab, wurde man aufmerksam und die Forschung begann. Es stellte sich heraus, dass nicht jede Fledermausart mit den Windrädern Probleme hat, da viele Arten bodennah jagen.

Jedoch gibt es immer Ausnahmen von der Regel – in diesem Fall gehört hierzu unter anderem der große Abendsegler und die Zwergfledermaus. Sie jagen in größeren Höhen und kollidieren daher mit den Windrädern.

Unterdruck versus Rotorblätter

Der Verdacht lag nahe, dass die Fledermäuse von den rotierenden Blättern getroffen werden und dadurch sterben. Dies trifft zum Teil zwar zu, ist aber nicht die Haupttodesursache. Viel schlimmer ist der Unterdruck, der durch die schnelle Bewegung der Rotorblätter verursacht wird.

Die Lunge, welche flexiblen Beuteln gleicht, wird bei einem plötzlichen Abfall des Luftdrucks überdehnt, die Blutgefäße platzen, die Fledermaus stirbt durch innere Blutungen.

Dieses Phänomen ist ein echtes Dilemma für jeden Naturfreund, möchte er doch zum einen umweltfreundlichen Strom kaufen und zum anderen die Tiere schützen.

Kleine Änderung, große Wirkung

Rund um die Studien des Flugverhaltens von Fledermäusen wurde festgestellt, dass diese meist zu bestimmten Witterungen und Jahreszeiten in Höhe der Windkraftgondeln jagen. Durch diese Erkenntnis stellte man fest, dass es möglich ist, zu diesen Zeiten die Windräder abzuschalten oder später anlaufen zu lassen.

Natürlich wurde auch der mögliche finanzielle Verlust der Betreiberfirmen bei Abschaltung beachtet. Da die Fledermäuse gerade zu windarmen Zeiten sehr aktiv sind, ergibt sich laut Berechnung ein Verlust von weniger als 1%, der in Anbetracht der schützenswerten Flugtiere leicht zu verschmerzen ist.

Weitere Infos unter: http://www.enerdream.de/oekostrom/windkraft-sturm-in-der-dose.html

 

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