Uhus zu Weihnachten

18. November 2009 - 16:52 — Naturefund

Der Uhu war in Mitteleuropa aufgrund von Verfolgung und dem starken Einsatz von Pestiziden fast ausgerottet. Intensive Schutzmaßnahmen in den 80er Jahren führten jedoch dazu, dass sich seine Bestände langsam erholten. Die größte europäische Eule brütet auch in der Nähe von Limburg. Hier kauft Naturefund gemeinsam mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz aktuell eine Streuobstwiese nahe dem Uhuhorst, um das Jagdrevier der Uhus sowie Lebensraum für zahlreiche andere seltene Arten zu sichern. Um den Kauf der Wiese abzuschließen sucht Naturefund jetzt noch 100 Paten und Patinnen und bietet dafür ein ganz besonderes Geschenk an: Uhus zu Weihnachten!

Es sind nicht nur Naturparadiese in fernen Ländern, auch bei uns direkt vor der Tür gibt es Lebensräume, die Schutz brauchen. Streuobstwiesen sind dabei nicht so spektakulär wie tropischer Regenwald und doch sind sie einzigartig in ihrer Artenvielfalt. Diese Streuobstwiese bei Limburg ist übersät von alten, knorrigen Obstbäumen, darunter eine Goldparmäne, einer Apfelsorte aus dem 17. Jahrhundert. Der Halbtrockenrasen rund um die alten Bäume ist im Sommer ein Eldordo für Schmetterlinge. Doch am beeindruckensten ist der Schatten des Uhus, wenn er mit seinen mächtigen Schwingen lautlos auf der Suche nach Beute über die nächtliche Wiese gleitet.

Gemeinsam mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) will Naturefund diese Wiese kaufen und damit dauerhaft für die Natur sichern. Jetzt im November sind die Obstbäume mittlerweile in der Winteruhe, doch Pflege- und Schutzmaßnahmen werden fortgesetzt. Der Halbtrockenrasen wurde zu einem Drittel gemäht, denn die verbliebenen Gras- und Kräutersamen sind im Winter wichtig für viele Vogelarten, die sich von den Sämereien noch lange ernähren können. Das Mahdgut wurde an zwei Stellen aufgeschichtet und mit Ästen vermischt. In diesen Grashaufen überwintern Igel und Mäuse, die wiederum für den Uhu eine wichtige Nahrung im Winter darstellen.

Äste, die durch die Last der Früchte herunter gebrochen waren, wurden entfernt und am Rande der Wiese zu einer sogenannten 'Benjeshecke' aufgeschichtet. Dabei werden die Äste und Zweige in 3 m Breite bis zu 1 m hoch aufgeschichtet; wobei, wie bei einer wirklichen Hecke, die dicken Aststellen unten und die Zweigspitzen oben und außen zu liegen kommen. Durch Windverbreitung und Vogelkot erfolgt ein natürlicher Sameneintrag. Das Totholz wird im Laufe des mehrjährigen Prozesses von Pilzen, Bakterien und Käfern zu Humus verwandelt. Im Schutz des Gestrüpps haben sich dann jedoch neue Heckenpflanzen entwickelt und eine natürliche Feldhecke ist entstanden, die vielfältige ökologische Funktionen erfüllt. Die nach ihrem Erfinder benannten 'Benjeshecke' wird gerne von Zaunkönig und Meisen als Brutplatz angenommen.

Der Schutz der Wiese wird über Patenschaften finanziert und es fehlen nur noch 100 Patenschaften, die mit 30 EUR den Kauf von 24 Quadratmetern dieser Wiese ermöglichen. Für alle, die bereits ein Geschenk für Weihnachten suchen, haben sich die HGON und Naturefund etwas Besonderes ausgedacht: Uhus zu Weihnachten. Jedoch gibt es den Uhu nicht als Braten aus dem Ofen, sondern als Patenurkunde. Für jede Patenschaft ab 30 EUR gibt es ab sofort eine Patenurkunde mit einem Uhu dazu, natürlich mit Spendenquittung und dem Gefühl, ein Stück artenreiche Heimat bewahrt zu haben.

Mehr über das Uhuschutzprojekt: www.naturefund.de/landpaten

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