Inflation der "grünen" Online-Marktplätze und Eco-Shops?

1. Juli 2013 - 12:46 — FROSCHking

Hallo liebes oekoblog-Forum, hallo liebe Leser, 

mein Name ist Benjamin Müller und ich bin Mitarbeiter in eben einem dieser besagten Online-Marktplätze für nachhaltige Produkte. Und keine Angst, dass ganze soll hier nicht in Werbung für eben diesen ausarten :-)

Vielmehr stellt sich mir bzw. meinen Kollegen immer wieder die Frage wo wir bzw. unsere "Konkurrenten" aktuell stehen bzw. wo der Weg mit all dem Eco-Shopping und nachhaltigen Lebensstil etc. zukünftig hingeht? Stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung hin zu einem wirklich (nachhaltig) veränderten Konsumverhalten oder handelt es sich doch nur um einen mehr oder weniger begrenzten "grünen" Trend?

Als erst im Juni gestarteter Online-Marktplatz für nachhaltige Produkte (www.FROSCHking.de), sehen wir uns einer großen und stetig wachsenden Zahl an vergleichbaren Shops und Portalen gegenüber. Natürlich sieht sich dabei jeder mit seinen Alleinstellungsmerkmalen in einer besonderen Position bzw. den Mitbewerbern überlegen. Die grundlegende Idee ist es aber, dass die Anzahl der nachhaltig und bewusst konsumierenden Menschen stetig steigt. Folglich ist es unser primäres Anliegen diesen Kunden für alle erdenklichen Bereiche und Kategorien nachhaltige Alternativen anbieten zu können, ohne dabei aber die Freude an innovativen und hochwertigen Produkten aus den Augen zu verlieren.

Nur ist dem wirklich so? Verändert sich das Kauf- und Konsumverhalten wirklich dauerhaft und tiefgreifend? Sind die sogenannten LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) wirklich eine wachsende Gruppe mit einem gesonderten Kaufverhalten? Als LOHAS bezeichnet man Personen die sich ganz bewusst für einen nachhaltigen Lebensstil entschieden haben und ihr Konsumverhalten entsprechend konsequent auf diesen ausrichten. Folglich sind die LOHAS unsere präferierte Zielgruppe. Nur sehen sich LOHAS auch als solche bzw. sind sich darüber bewusst eine begehrter Konsumententyp geworden zu sein? Oder ist es nicht vielmehr der Versuch bewusst-ökologisch handelnde Menschen in den kommerziellen Konsumismus zu integrieren und ist die Menge an „grünen“ Markplätzen nicht der bester Beweis dafür?

Als Unternehmen können wir diese Kritik durchaus nachvollziehen. Wir sehen aber keinen zwingenden Widerspruch zwischen einer ideologischen Grundeinstellung und dem Spaß an (bewusstem) Konsum! Letztendlich ist die Idee einer konsumbefreiten modernen Gesellschaft unrealistisch und widerspricht dem menschlichen Bedürfnis als Jäger und Sammler! Was spricht also dagegen, dass sich der E-Commerce zunehmend dem nachhaltigen Wirtschaften, ökologischen Herstellungsverfahren und sozial Verträglichen Produkten zuwendet? Relativ wenig wie wir bei FROSCHking finden. In unseren Augen liegt es durchaus nahe sein individuelles Konsumbedürfnis mit sinnvollen, fairen, biologisch erzeugten oder ökologisch produzierten Produkten nachzukommen.  

Folglich sehen wir unser Engagement bei FROSCHking (bzw. das unsere Mitbewerber) auch nicht nur als bloßes mitschwimmen in einem aktuellen aber letztlich doch nur temporär begrenzten Trend mit einer diffusen Zielgruppe. Vielmehr möchten wir Pioniere einer nachhaltigen Veränderung im Konsumverhalten der Menschen sein. Für uns sind die LOHAS kein Phänomen, sondern vor allem unter den deutschen Konsumenten erfreuliche Realität. Nur seht Ihr euch als Besucher, Leser und aktive Mitglieder dieses nachhaltig-ökologisch geprägten Forums auch als eben solche LOHAS? Haltet Ihr euch für bewusst „anders“ konsumierende Käufer oder seht Ihr den Markt für nachhaltige Produkte evtl. bereits gesättigt und tendenziell überbewertet?

Wir freuen uns auf euer Feedback und (gerne auch abweichende) Ansichten!            

Kommentare

22. Dezember 2014 - 13:23 — hansmauser

ich denke dass nichts verkehrt an dieser Entwicklng ist. Im Grunde genommen sollte es auch so sein.

Die Menschen machen sich immer mehr sorgen woher sie Ihre Waren beziehen. Sei es bei Lebensmittel vom Bauer nebenan oder

bei Kleidung der online Fairtrade shop. Ich hoffe das dies in Zunkunft immer mehr Schule macht. Ich selber betreibe übrigens auch einen fairtrade shop www.fridafeeling.de lg Hans

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