Die Bienenschwarmsaison beginnt

25. Mai 2009 - 17:37 — KMBonn

Das Jahr 2009 verspricht wieder einmal zu einem Jahr mit einem stärkeren Auftreten von Bienenschwärmen zu werden. Auch in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis teilen sich die Bienenvölker, die alte Königin verläßt mit einem Teil der Bienen den heimatlichen Stock, um an anderer Stelle eine neue Kolonie zu gründen.

Auch in der Imkerei Honighäuschen kommen wieder vermehrt die Anrufe von Bonner Bürgern an, die in ihrem Garten plötzlich vom Gesumme zehntausender Honigbienen überrascht werden und sich ratsuchend an den Imker Klaus Maresch wenden.

Ein Bienenschwarm ist ein beeindruckendes Schauspiel, aber nicht gefährlich. Schwärmende Bienen greifen nicht an, man kann sich das Naturschauspiel in Ruhe aus der Nähe ansehen.

Der Imker logiert den Bienenschwarm in einer Schwarmfangkiste ein, die dann am Abend abgeholt wird, wenn sich alle Bienen mitsamt ihrer Königin in oder an der Kiste versammelt haben.

Bei großen Schwärmen kann es schon mal passieren, daß ein Teil der Bienen nicht in die Kiste einzieht und außen sitzenbleibt. Für den Imker kein Problem - ein paar im Auto herumfliegende Bienen stören beim Fahren nicht.

Es ist ratsam, beim Auftreten eines Bienenschwarms im Garten zu versuchen, alsbald einen Imker zu erreichen. Polizei und Feuerwehr haben meistens Kontakt zu den lokalen Imkern. Solange ein Bienenschwarm auf der Suche nach einem neuen Quartier an einem Ast hängt, ist er einfach zu bergen. Schwierig und für den Hausbesitzer teuer wird es, wenn der Bienenschwarm einen Kamin besetzt oder in die Fassade eines Hauses einzieht.

Imker und Veterinäre sehen es auch nicht gern, wenn Bienen irgendwo wild nisten und eine potentielle Ansteckungsquelle für die Bösartige oder Amerikanische Faulbrut bilden. Diese die Bienenbrut befallende meldepflichtige Seuche ist hochansteckend und breitet sich schnell aus. Zur Zeit sind deutschlandweit über 100 Sperrgebiete aufgrund eines Ausbruchs der Bösartigen Faulbrut bekannt.

Liste der aktuellen Sperrgebiete http://honighaeuschen.de/uploads/media/Faulbrut-Mai-2009.pdf

In der Region Köln-Bonn-Rhein-Sieg hilft die Imkerei Honighäuschen kostenlos weiter, wenn sich ein Bienenschwarm in einen Garten verirrt. Der Imker Klaus Maresch ist unter 0177 9133175 erreichbar.

Kommentare

26. Mai 2009 - 22:38 — KMBonn

"Killerpflanze" Jacobskraut auf dem Vormarsch

Wann haben Sie zum letzten Mal das hochgiftige Jakobskreuzkraut gegessen?

Halb Deutschland kocht und brutzelt vor sich hin, da sorgt eine von dpa verbreitete Warnmeldung über das giftige Jacobskreuzkraut, dessen Gift langfristig bei Mensch und Tier Leberkrebs verursachen kann, natürlich für Aufmerksamkeit. Auch im Honig werden Anteile von Kreuzkrautpollen gefunden, folgt man den Aussagen eines Pharmazeuten von der Universität Bonn. Doch mal ehrlich – wann haben Sie zum letzten Mal Jacobskreuzkraut „genossen“? Eben – wahrscheinlich noch nie und wohl auch in Zukunft nicht.

Weshalb dann die ganze Hysterie? Fressen Pferde und Rinder Heu, das getrocknetes Kreuzkraut enthält, so kann es zu Schädigungen bis hin zum Tod der Tiere kommen. Und wer mit dieser Pflanze, die durchaus auch als Heilpflanze bekannt ist, unsachgemäß umgeht, muß mit Vergiftungen rechnen.

Aber rechtfertigt das öffentliche Maßnahmen? Gefordert werden von einem Kreis von Pferdezüchtern und hysterischen Supermuttis entsprechende Maßnahmen bis hin zur Anwendung von Roundup – einem viel gefährlicheren Herbizid des Agrogift-Herstellers Monsanto, auch bekannt für die Herstellung genmanipulierter Pflanzen wie die unlängst verbotene Maissorte MON810. Offensichtlich stellen Pferdefreunde das eigene Hobby über die Belange einer intakten Natur. Das Jacobskreuzkraut ist Nahrungspflanze für elf Falterarten, unter anderem des Kleinen Fuchses, des Kleinen Feuerfalters, des Tagpfauenauges, des Kohlweißlings, des Gemeinen Bläulings und des Ochsenauges. Aber auch der Schwarzkolbige Dickkopffalter, das Erdeichel-Widderchen, die Gemeine Stengeleule und die Trockenrasen- Graswurzeleule nutzen das Jakobs-Kreuzkraut als Nektarpflanze. Dazu kommen noch zahlreiche Wildbienen- und Hummelarten und weitere Insektenarten. Und nicht zuletzt Honigbienen, die ebenfalls das Nektar- und Pollenangebot nutzen.

Folgte man der Argumentation der Pferdefreunde, müßte man auch noch die Ausrottung des Maiglöckchens und die Vernichtung von Rhododendron mit ins Programm aufnehmen, am besten noch ein neues Gesetz einführen und die Kanzlerin einschalten. Auch Maiglöckchen und Rhododendron sind giftige Pflanzen, der Nektar von Rhododendron sorgt sogar für giftigen Honig in Asien. Es käme dort deswegen niemand auf die Idee, die Ausrottung dieser Pflanzen zu fordern.

Mit welcher Dreistigkeit hier der Einsatz von Herbiziden gefordert wird, ist nicht nachvollziehbar. Ich habe lieber ein paar Anteile von Kreuzkrautpollen und -nektar im Honig als den großflächigen Einsatz von Agrogiften. Noch dazu das hochgefährliche Agrargift Roundup, das mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Rückgang der Froschlurche verantwortlich gemacht wird.

Und wofür? Weil das natürliche Futterangebot für Pferde und Rinder nicht ausreicht, womit die nicht wirklich lebenswichtige Pferdehaltung an manchen Stellen beeinträchtigt wird und der exzessive Fleischverbrauch (muß ja auch immer alles billig sein) in Gefahr gerät. Kreuzkraut in seinen Varianten ist keine größere Gefahr, wenn die Tiere auf der Weide eine Chance haben, das bitter schmeckende und riechende Kraut zu erkennen.

Ich bin froh über jede Pflanze, die blütenbesuchenden Insekten im Spätsommer Nektar und Pollen liefert - nicht nur meinen Honigbienen, sondern auch Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen.

Und wenn ein Fall als Beleg gelten soll, wo tragischerweise ein Kleinkind mangels der Unkenntnis seiner Mutter ums Leben kann, ist das fast schon zynisch - aber keine Rechtfertigung, noch mehr Gift auf Wiesen und Weiden zu spritzen.

Pferdehaltung ist gut und schön und ein Pferd spielt in der Zahnspangengeneration eine wichtige Rolle, aber diese Funktion können auch Meerschweinchen erfüllen. Meiner Meinung nach ist es nicht vertretbar, aufgrund des privaten Hobbys einiger weniger seine Erziehungspflichten an die Öffentlichkeit zu delegieren und umweltgefährdende Gifte zum Einsatz zu bringen.

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