Bernd Murschel (Grüne) zu Chlothianidin-Großversuch: „Kein Faschingsscherz sondern Anschlag auf die Natur“

16. Februar 2010 - 14:01 — KMBonn

Landesregierung will Gift durch die Hintertür wieder einführen

„Klammheimlich und durch die Hintertür will das Ministerium Ländlicher Raum das hochgiftige Beizmittel Clothianidin wieder in Baden-Württemberg einführen“, so der agrarpolitische Sprecher Dr. Bernd Murschel, zum geplanten Großversuch, innerhalb dessen die Chemikalie bei der Maisaussaat mit ausgebracht werden soll. Murschel weiter: „Statt auf Fruchtfolge setzt das Land nun wieder auf Chemie. Ein derartiger Großflächenversuch ist in Baden-Württemberg angesichts der Versuchsergebnisse in Österreich gar nicht notwendigund überaus gefährlich.“

In Österreich hatte sich gezeigt, dass es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und neuer Beiztechnik nach wie vor zu Schädigungen an tausenden Bienenvölkern gekommen sei. Da die bundesweite Zulassung des Beizmittels ausgesetzt sei, versuche die Landesregierung über pseudowissenschaftliche Ansätze von Monitoringprogrammen die Giftstoffe wieder hoffähig zu machen. Murschel fordert die sofortige Beendigung der Versuchsplanungen im Badischen: „Die Landesregierung muss endlich mit offenen Karten spielen und die Imker ernst nehmen. Es ist geradezu ein Witz, wenn das Ministerium von Umweltschutz redet und gleichzeitig die Wiederzulassung von hochtoxischen Nervengiften vorantreibt. Dies kann man nicht als Faschingsscherz eines abtretenden Agrarministers auffassen, sondern als Anschlag auf die Natur.“

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